Seit Beginn dieses Schuljahrs gibt es nun auch einen grenznahen Austausch mit der Oberstufe. Dies bietet sich in der Tat an, da Völklingen sich so nah an der französischen Grenze befindet! Schon länger hatte man nach einer Partnerschule für die Oberstufe gesucht, und nun trugen die Bemühungen Früchte: der Kontakt zu dem Lycée technologique Charles Jully in St. Avold war geknüpft. Frau Schröter, die den aktuellen E-Kurs Französisch H2 leitet, nahm Kontakt zu Mme Josiane Sprick vom Lycée Charles Jully auf, die ihrerseits eine Deutsch-Gruppe betreut. Interessant ist die Gruppenzusammensetzung: von den 15 Deutschen sind 12 Mädchen und 3 Jungen, wohingegen von den 14 Franzosen 12 Jungen und 2 Mädchen! Das passt ja gut, sagte man sich, und so wurden „Pärchen“ gebildet, die zunächst einmal über E-Mail miteinander kommunizieren sollten. Am 13. Januar kam es dann zu einem ersten „realen“ Treffen in St. Avold. Die Deutschen wurden ausgesprochen gastfreundlich empfangen, und zunächst einmal wurde die Schule gezeigt, die so gar nichts gemein hat mit dem, was wir unter einem Gymnasium verstehen. Die Deutschen waren verblüfft über die vielen technischen Geräte, die für die Franzosen zum Schulalltag gehören, sowie über die verschiedenen Werkstätten, in denen man dort mit Metall, Kunststoff und Keramik arbeiten kann. Selbst eine Photovoltaikanlage gehört mit zur Ausrüstung. Dann ging es an die Partnerarbeit. Frau Sprick und Frau Schröter hatten sich Aufgaben überlegt, bei denen es um das konkrete Sprechen mit dem „eigenen“, dann auch anderen Partnern ging. Diese Phase war ausgesprochen erfolgreich, denn alle nahmen aktiv an der Kommunikation teil. Nach dem Mittagessen in der Kantine, das von den Deutschen sehr gelobt wurde, führte man die Partnerarbeit weiter, in der es um einen Austausch der jeweiligen Zukunftspläne der jungen Leute ging. Auch hier verlief alles reibungslos, und die bei einigen vorhandene anfängliche Scheu, mit „den anderen“ zu kommunizieren, verflog bei fast allen im Nu. Zum Abschluss dieses Tages stellte jede(r) Einzelne die Zukunftspläne des jeweiligen Partners der Gesamtgruppe in der Fremdsprache vor. In einem anschließenden gemütlichen Zusammensein bei Kuchen und Getränken klang dieses erste Treffen aus. Bereits auf der Rückfahrt nach Deutschland kam man überein, dass wir uns bei dem zweiten Treffen richtig Mühe geben müssten, denn die Franzosen hatten Maßstäbe gesetzt! Dieses Treffen in Deutschland fand am 23. April 2009 bei strahlendem Sonnenschein statt. Nach der Begrüßung durch Herrn Dr. Fischer wurde den Franzosen die Schule gezeigt, und hier insbesondere die Biologie, die Chemie und die Physik. Herr Schirra führte dort extra noch zwei Versuche vor. Beim Rundgang durch die Schule wurde den Franzosen bewusst, dass in einem Gymnasium in Deutschland nicht nur Oberstufenschüler (wie in Frankreich), sondern auch Schüler der Unter- und Mittelstufen sind! Anschließend erfolgte wieder die interaktive Partnerarbeit und ein Entdecken von deutschen und französischen Sprichwörtern, wobei sich alle intensiv einbrachten. Für das Mittagessen hatten sich die Deutschen überlegt, dass man etwas besonders Landestypisches anbieten wollte: Grillen stand auf dem Programm! Die Rostwürstchen, Schwenker und die mitgebrachten Salate mundeten allen. Dann war eine sportliche Aktivität vorgesehen. Bei einem gemeinsamen Volleyballspiel powerten sich besonders die Franzosen richtig aus. Auch dieser Tag klang aus mit dem gemeinsamen Verspeisen von ausgesprochen leckeren Kuchen, die die deutschen Schüler mitgebracht hatten. Allen in Erinnerung bleiben wird die Tiramisu-Torte, die Angelica extra für diesen Tag hatte anfertigen lassen! Dann war es schon wieder Zeit für den Abschied. Bereits während des Treffens war der Wunsch formuliert worden, dass es schön wäre, wenn man noch einmal eine gemeinsame Aktivität unternehmen würde, wenn man sich jetzt schon so gut kennen würde! Frau Sprick und Frau Schröter nahmen diese Anregung auf und planen bereits ein weiteres Treffen für den Beginn des Schuljahrs 2009/2010.