Freitag, der 21.5.2010, verlief anders für die Französisch-Gruppe der 10b/d als gewohnt. Anstatt sich zum Unterricht einzufinden, traf sich die Gruppe im Erdgeschoss, um die mitgebrachten Salate und Kuchen abzustellen und die letzten Vorbereitungen für die Ankunft der Seconde 5 des Lycée Jean Moulin zu treffen. Mit einer kleinen Verspätung traf die Gruppe in Begleitung ihrer Deutsch-Lehrerin Madame Meyer-Grehl und ihrer Klassenlehrerin Madame Bretnacher kurz nach 9 Uhr vor unserer Aula ein. Die Begrüßung erfolgte freundschaftlich; schließlich kannte man sich ja bereits von dem Besuch Anfang März in Forbach! Herr Dr. Fischer begrüßte die Gäste mit einer kleinen Ansprache. Anschließend war ein Treffen mit Frau Groß im Chemiesaal vorgesehen: sie präsentierte zwei Versuche, bei denen es auch ganz schön stank und die Abzugsvorrichtung in Aktion treten musste. Deutsche und Franzosen lernten dabei, dass man unter „acide sulfurique“ Schwefelsäure versteht. Es waren Versuche, die man auch selber einmal durchführen kann! Nun begab sich die Gruppe in die Physik, wo Herr Schirra schon drei Versuche vorbereitet hatte und demonstrierte, wozu Strom alles fähig ist. Das waren zwei gelungene Programmpunkte! Nach der Pause erfolgte eine Besichtigung der wichtigsten Stellen der Schule, so das Sekretariat mit den Räumen von Herrn Dr. Fischer und Herrn Groß sowie das Lehrerzimmer. Schließlich stieg man zum großen Musiksaal hinauf, der als Arbeitsraum für den Vormittag diente. (An dieser Stelle ein Dankeschön an die Musiklehrer, die uns ihren Raum zur Verfügung stellten!) Frau Schröter hatte Fragen für ein Kennenlernspiel vorbereitet, und so wurden jeweils in deutsch-französischen „Binômes“ kleine Gespräche mit wechselnden Partner/inne/n geführt. Fiel es am Anfang noch etwas schwer, sich auf die jeweiligen Partner/innen einzulassen, so sank die Hemmschwelle doch zusehends, so dass zum Schluss die meisten Gespräche in entspannter Atmosphäre stattfanden. Anschließend machte man sich im Plenum darüber Gedanken, was für Deutsche und Franzosen kennzeichnend ist, und man diskutierte unterschiedliche Auffassungen. Besonders interessant war die Erfahrung von Lisa, die bei ihrem Austausch mit Sora tatsächlich hatte feststellen können, dass die Deutschen pünktlich sind – ganz wie man es landläufig sagt! Und schon war es Zeit für das Mittagessen. Die mitgebrachten Salate wurden in der Cafeteria aufgebaut, Brot geschnitten und Getränke bereitgestellt. Zwar gab es etwas Aufregung um den Grill, der erst mit Verspätung aufgebaut werden konnte, doch dies war schnell vergessen, als Roderick und Maurice sich gekonnt als Grillmeister bewiesen und die ersten Würste und Schwenker zum Verzehr bereit standen. Und es schmeckte allen. Nach dem Essen kam es zu einer spontanen deutsch-französischen „Begegnung“: sechs französische Jungen sahen die Kinder der Ganztagsklasse auf dem Schulhof Fußball spielen und waren nicht mehr zu bremsen. Die Kleinen waren ganz fasziniert davon, dass die Älteren mit ihnen spielten, und dazu noch „echte“ Franzosen! Frau Laggai dolmetschte, und Hilal (5b) kommentierte das Spiel: „C’est super!“ Sehr entspannt ging es dann auch in der nächsten Phase zu: man ging zum Match Point und spielte dort Bowling. Das Spiel zog alle in seinen Bann, und die Begleiterinnen konnten sich zurücklehnen: die Gruppen benötigten keine Hilfestellung. Der Umgang zwischen Deutschen und Franzosen wurde zusehends lockerer. Abschließend ging man wieder zu Schule zurück und stärkte sich in der Cafeteria mit Kuchen und Saft. Besonderes Lob erhielt Alessias selbst gemachtes Tiramisu! Die französischen Begleiterinnen lobten die deutsche Gruppe ausdrücklich für ihre gelungene Rolle als Gastgeber. Und Frau Schröter konnte sich nur anschließen. Noch bevor die Franzosen abfuhren, war das ganze Geschirr abgewaschen sowie die Cafeteria picobello sauber! - Dann kam der Zeitpunkt des Abschieds. Mehrere Franzosen überreichten noch kleine Mitbringsel, und man verabschiedete sich mit der „bise“. Die Jungen natürlich nicht, sondern sie „klatschten sich ab“. Man spürte, dass sich die beiden Gruppen gut verstanden hatten! Und der Bus fuhr ab, Hände winkten. Ob man sich wohl noch einmal schreiben wird?